Höhenkrankheit in Cusco – was mir wirklich geholfen hat
Cusco war einer der Orte, auf die ich mich auf unserer Peru-Reise am meisten gefreut habe. Und gleichzeitig der Ort, an dem ich körperlich am meisten an meine Grenzen gekommen bin. In diesem Blogbeitrag berichte ich dir von meiner Erfahrung mit der Höhenkrankheit in Cusco. Hier erfährst du was mir wirklich geholfen hat und was ich im Nachhinein anders machen würde.
Die Ausgangssituation
Wir sind direkt aus Lima nach Cusco geflogen. Schon beim Aussteigen hatte ich das Gefühl, dass hier irgendetwas anders ist. Nicht dramatisch, sondern eher ganz subtil. Eine leichte Benommenheit, ein ungewohntes Körpergefühl. Nach dem Einchecken war ich zunächst noch voller Euphorie. Die Freude, endlich angekommen zu sein, hat vieles überlagert. Am Abend sind wir noch kurz rausgegangen, um etwas zu essen zu holen, denn wir waren nach dem langen Tag sehr hungrig.
Kurz nach dem Essen begannen wir beide stark zu frieren. Das Essen war wohl zu schwer und die Verdauung verlangte einfach zu viel Energie. Es fühlte sich an, als wäre mein Körper gar nicht mehr in der Lage, seine Temperatur richtig zu regulieren. Die erste Nacht in Cusco war dementsprechend auch eher unruhig.
Am nächsten Tag stand direkt eine Tagestour ins Sacred Valley auf dem Plan. Eine Entscheidung, die ich heute definitiv anders treffen würde. Die meisten Orte der Tour lagen zwar etwas niedriger als Cusco, trotzdem war der Tag insgesamt sehr anstrengend. Mit Akklimatisieren hatte das also nichts zu tun.
Den darauffolgenden Tag haben wir wieder in Cusco verbracht und da war die Antwort meines Körpers leider eindeutig. Es ging schlicht und einfach gar nichts mehr.
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FAQ zur Höhenkrankheit in Cusco
Was passiert bei der Akklimatisierung im Körper?
Der Körper passt sich an den geringeren Sauerstoffgehalt an. Atmung und Herzschlag erhöhen sich, es werden mehr rote Blutkörperchen gebildet und der Flüssigkeitshaushalt verändert sich. Das ist nur ein grober Überblick über die wichtigsten Prozesse, die im Hintergrund ablaufen. Das kostet Energie und braucht Zeit.
Wer kann von Höhenkrankheit betroffen sein?
Grundsätzlich jeder. Alter, Fitness oder Reiseerfahrung spielen kaum eine Rolle. Auch sportliche und gesunde Menschen können Symptome entwickeln.
Wann treten die Symptome auf?
Oft innerhalb der ersten 6 bis 24 Stunden nach Ankunft in größerer Höhe. Manchmal auch erst am zweiten Tag.
Was sind typische Symptome?
Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel, extreme Müdigkeit, Frieren, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Schlafprobleme.
Hilft Coca-Tee wirklich?
Er kann unterstützend wirken, ersetzt aber keine Ruhe. Für mich war er angenehm, aber eben kein Wundermittel.
Wann sollte man sofort absteigen?
Bei Symptomen wie Atemnot oder Atembeschwerden, die auch im Ruhezustand auftreten, ist ein sofortiger Abstieg (mindestens 500 bis 1000 Meter) erforderlich. Darüber hinaus können auch neurologische Symptome wie Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit oder Gangunsicherheit auftreten. Wenn die Symptome nach ausreichender Ruhepause nicht abklingen oder sich sogar verschlimmern, ist der Abstieg unbedingt notwendig. Eine bläuliche Verfärbung der Lippen, Fingernägel oder der Haut im Allgemeinen ist ebenfalls ein deutliches Anzeichen dafür, dass man absteigen sollte.
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Verdauung nicht unterschätzen
Einer meiner größten Fehler am ersten Abend war ein zu schweres Essen. Mein Körper hatte ohnehin schon genug damit zu tun, sich an die Höhe anzupassen, und musste zusätzlich viel Energie in die Verdauung stecken. Kurz danach begann starkes Frieren, und ich hatte das Gefühl, völlig ausgelaugt zu sein.
Was mir danach wirklich geholfen hat, waren leichte, warme Mahlzeiten. Ramen, Suppen und Kamillentee waren für mich ideal. Sie haben den Körper gewärmt, waren leicht verdaulich und haben mir trotzdem etwas Energie gegeben, ohne mich weiter zu belasten.
Viel trinken
In großen Höhen verliert der Körper schneller Flüssigkeit, oft ohne dass man es merkt. Daher ist es auch sehr wichtig, viel zu trinken, damit der Körper nicht dehydriert. Ich fand es deutlich angenehmer, ständig kleine Mengen zu trinken, statt selten größere Schlucke. Bei Spaziergängen war es für mich besonders hilfreich, immer eine Wasserflasche mit Elektrolyten dabei zu haben. Beim Ausruhen halfen vor allem warme Getränke wie Tee oder Brühe. Sie stabilisierten meinen Kreislauf, halfen mir bei Kälte und versorgten meinen Körper mit dem, was er dringend benötigte.

Ruhe heißt wirklich Ruhe
Ich habe lange mit mir ringen müssen, weil ich eigentlich jemand bin, der sich zusammenreißt und weitermacht. Cusco ist eine unglaubliche Stadt und unsere Zeit dort war sehr begrenzt. Ich hatte das Gefühl diese begrenzte Zeit zu verschwenden. Trotzdem war die Entscheidung für einen kompletten Ruhetag letztlich das Beste, was ich tun konnte. Liegen, trinken, schlafen, essen. Das war hart, mental mehr als körperlich. Aber absolut notwendig.
Ein Schritt nach dem anderen
Den ganzen Tag nur im Bett zu liegen, während draußen so eine spannende Stadt auf mich wartete, hat mich innerlich sehr unruhiger gemacht. Deshalb habe ich mir sehr bewusst zwei kleine Ausnahmen erlaubt. Sozusagen als mentale Pause von der Pause.
Der erste kurze Spaziergang führte mich lediglich bis in einen Supermarkt eine Straße weiter. Langsam gehen, keine Steigung, keine Eile. Einfach ein paar Minuten raus, schauen, was es gibt, Snacks und Getränke besorgen, die mir Energie geben könnten. Das war körperlich anstrengend, aber es hat mir den Kopf freigemacht und mir das Gefühl gegeben, trotzdem etwas erlebt zu haben.
Am Abend bin ich ein zweites Mal kurz raus. Wir sind sehr langsam bis zum Plaza de Armas gegangen und haben uns dort direkt hingesetzt. Wir saßen auf einer Bank und haben den Sonnenuntergang beobachten und Menschen anschauen. Dieser Moment hat mir mental enorm geholfen. Die Angst, etwas zu verpassen, wurde leiser und ich konnte innerlich besser akzeptieren, dass dieser Tag genau so aussehen musste.

Planung mit Puffer
Wenn ich eine Sache heute anders machen könnte, würde ich mir deutlich mehr Zeit für Cusco nehmen. Ich würde entweder zwei bis drei zusätzliche Tage ohne Programm in Cusco einplanen oder vor meiner Ankunft ein oder zwei Tage im Tal verbringen, zum Beispiel in Ollantaytambo, um meinem Körper Zeit zu geben, sich anzupassen.
Symptome ernst nehmen und früh genug aufhören
Ein weiterer großer Fehler, den ich gemacht habe, war, die Warnsignale meines Körpers zu ignorieren. Aus Angst, etwas zu verpassen, habe ich mir immer wieder eingeredet, dass es schon gehen wird. Genau das hat mich jedes Mal wieder zurückgeworfen. Erst als ich wirklich akzeptiert habe, dass mein Körper Ruhe braucht, und aufgehört habe, dagegen anzukämpfen, wurde es spürbar besser. Rückblickend hätte ich mir viel Erschöpfung und Frust vermeiden können, wenn ich mir diese Pause früher ohne schlechtes Gewissen gegönnt hätte.
Du planst eine Reise nach Peru und brauchst Unterstützung bei der Planung? Schau dir gerne meine anderen Blogbeiträge über Peru an.
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